Diese drei Fehler werden bei RLV immer noch zu häufig gemacht

Um den Markt der Risikolebensversicherung bemühen sich zahlreiche Lebensversicherer in Deutschland. Die Risikolebensversicherung (RLV) ist ein Klassiker, der durch die Vertrautheit mit den Sterbetafeln recht sicher kalkuliert werden kann. Der Fortschritt der Medizin, stetig steigende Sicherheit im Straßenverkehr sowie am Arbeitsplatz wirken zudem positiv auf diese Berechnungen ein. Das lässt Schutz zum Schnäppchenpreis zu, den mancher Anbieter nicht müde wird, stetig in allen Medien zu bewerben.

Fehler Nr. 1: Preis im Fokus

Dass Geiz nur sehr bedingt geil ist, sollte mittlerweile jeder wissen. Auch bei Versicherungen ist es höchst unwahrscheinlich, dass ein Kunde beim günstigsten Angebot gleichwertigen Schutz erhält wie bei Angeboten einer höheren Preisklasse. Doch wo sind die Unterschiede zu finden? Es geht doch „nur“ ums Sterben – und tot ist schließlich tot! Im Wesentlichen mag das stimmen, doch die Bedingungen höherwertiger Tarife bieten eben nicht nur die reine Todesfallleistung für die versicherte Person. Die Nachversicherungsgarantie dürfte hier einer der praxisrelevantesten Inhalte sein.

Der Abschluss einer RLV wird entsprechend des Bedarfs beim Abschluss beantragt. Wird der Bedarf später, z. B. durch die Geburt eines Kindes, höher, muss nachgebessert werden – natürlich mit erneuter Gesundheitsprüfung. Womöglich ist weiterer Schutz dann gar nicht mehr ohne Weiteres möglich (z. B. nach besiegter Krebserkrankung) oder nur noch erschwert, wenn sich der Gesundheitszustand verschlechtert hat (durch eine höhere Gesamtversicherungssumme kann man auch in einer höheren Stufe der Gesundheitsprüfung landen). Kann man eine Nachversicherungsgarantie nutzen, entschärft das die Situation mitunter spürbar. Diese Möglichkeit sollte jedem einige Euro wert sein.

Fehler Nr. 2: Zu niedrige Absicherung lediglich eines Ereignisses

Es wird ein Haus gekauft und der Darlehensbetrag abgesichert. Kommt nun noch ein Kind, sparen sich viele Kunden gesonderten Schutz für die Familie. Das löst aber eben nur das Problem der reinen Wohnkosten. Fällt ein Einkommen komplett weg, spürt die Familie dies schmerzhaft und nicht selten dauert es Jahre, bis sich die Familie auf die neue Situation einstellen und die Rahmenbedingungen dazu anpassen kann.

Unser Rat daher: Ein Vertrag für die Finanzierung und ein Vertrag für die Familie. Bei Letzterem natürlich mit fester Summe und Dynamisierung. Fünf Jahresgehälter als Faustformel sind nicht zu hoch angesetzt.

Fehler Nr. 3: Zu kurze Laufzeit

Oft wird die Darlehensabsicherug nur für die Dauer der ersten Finanzierungsphase von zehn oder fünfzehn Jahren berücksichtigt. Die Prolongation bleibt gedanklich ausgeklammert. Nun können aber nur die wenigsten ohne Anschlussdarlehen auskommen. Besser also gleich für 25 oder 30 Jahre abschließen – eben so lange, wie bis zur vollständigen Tilgung des Darlehens benötigt wird.

Beim Schutz für die Familie sollten die Kinder ins Zentrum rücken. Mittlerweile strebt ein Gros der Schulabgänger ein Studium an. Da (viele) Studierende auf die Unterstützung ihrer Familien angewisen sind, empfiehlt sich hier eine Laufzeit zu wählen, die zumindest dem Ende einer Regelstudienzeit entspricht.

Natürlich ist es nicht einfach, dem allabendlich im Fernsehen erzählt wird, wie spottbillig man für den Todesfall vorsorgen kann, zu erkären, dass sowas keine echte Lösung für ist.

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Ihr
Wolfgang Ruch

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